Definition: TGF-β ist ein multifunktionaler Wachstumsfaktor und Zytokin mit drei Isoformen (TGF-β1, -β2, -β3). TGF-β1 ist die immunologisch relevanteste Form und spielt eine zentrale Rolle in der Immuntoleranz und Gewebehomöostase.
Pathomechanismus: TGF-β bindet an den TGF-β-Rezeptor-Komplex (TβRI/TβRII) und aktiviert den SMAD2/3-Signalweg. Dies führt zur Transkription von Foxp3 und anderen regulatorischen Genen, die für die Treg-Differenzierung essentiell sind.
Wirkungsweise:
- Treg-Induktion: Konversion naiver CD4+ T-Zellen zu Foxp3+ regulatorischen T-Zellen
- Th17-Regulation: Paradoxe Rolle – kann sowohl Th17-Differenzierung fördern (mit IL-6) als auch hemmen
- B-Zell-Modulation: IgA-Klassenwechsel fördern, IgG-Produktion regulieren
- Makrophagen-Polarisierung: M2-Makrophagen (anti-inflammatorisch) fördern
- Epitheliale Barriere: Tight Junction-Proteine stabilisieren
- Fibrose-Regulation: Kollagen-Synthese modulieren (Dosis-abhängig)
Therapeutische Anwendungen:
- Multiple Sklerose: Blut-Hirn-Schranke stabilisieren, Neuroinflammation reduzieren
- Typ-1-Diabetes: Inselzell-Transplantation unterstützen, Autoimmunität gegen β-Zellen hemmen
- Autoimmune Hepatitis: Leberfibrose regulieren, Immuntoleranz induzieren
- Systemischer Lupus erythematosus: Nephritis verhindern, Autoantikörper-Produktion dämpfen
- Graft-versus-Host-Disease: Transplantationstoleranz fördern
- Allergisches Asthma: Th2-Antworten modulieren
Klinische Relevanz: TGF-β-Signalweg-Defekte sind mit schweren Autoimmunsyndromen assoziiert. Therapeutische Modulation erfordert präzise Dosierung, da sowohl Mangel als auch Überschuss pathologisch sind.
