Arterielle Hypertonie (essentielle) Hypertonie / hypertensive Herzkrankheit

Art-Nr.: H05-01***Kategorien: Herzkreislaufsystem

69 

Weitere Informationen

Der Pathomechanismus des arteriellen Bluthochdrucks ist multifaktoriell und komplex, resultierend aus einer Dysregulation verschiedener Systeme, die den Blutdruck regulieren. Die primäre (essentielle) Hypertonie, die etwa 90-95% der Fälle ausmacht, hat keine eindeutig identifizierbare Ursache, wird aber durch eine Kombination genetischer Prädisposition und Umweltfaktoren beeinflusst.

Die wichtigsten pathophysiologischen Mechanismen umfassen:

  1. Störung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS):
    • Eine Überaktivität des RAAS führt zu einer erhöhten Produktion von Angiotensin II.
    • Angiotensin II ist ein potenter Vasokonstriktor, der direkt die glatte Muskulatur der Arteriolen kontrahiert und somit den peripheren Gefäßwiderstand erhöht.
    • Es stimuliert auch die Freisetzung von Aldosteron aus der Nebennierenrinde, was zu einer erhöhten Natrium- und Wasserretention in den Nieren führt. Dies erhöht das Blutvolumen und somit das Herzzeitvolumen.
    • Darüber hinaus fördert Angiotensin II vaskuläres Remodeling und Endothelzellfunktionsstörungen.
  2. Sympathische Überaktivität:
    • Eine erhöhte Aktivität des sympathischen Nervensystems führt zur Freisetzung von Katecholaminen (Adrenalin und Noradrenalin).
    • Diese Neurotransmitter bewirken eine Vasokonstriktion (über α1-Adrenozeptoren) und eine Steigerung von Herzfrequenz und Kontraktionskraft (über β1-Adrenozeptoren), was beides den Blutdruck erhöht.
    • Chronische sympathische Überaktivität kann auch die Renin-Freisetzung stimulieren und vaskuläres Remodeling fördern.
  3. Endotheliale Dysfunktion:
    • Das Endothel spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulation des Gefäßtonus durch die Freisetzung von vasoaktiven Substanzen wie Stickstoffmonoxid (NO) und Endothelin-1.
    • Bei Hypertonie ist die Bioverfügbarkeit von NO oft reduziert, was zu einer verminderten Vasodilatation führt.
    • Gleichzeitig kann die Produktion von Endothelin-1, einem potenten Vasokonstriktor, erhöht sein.
    • Diese Dysbalance führt zu einer erhöhten Vasokonstriktion und einem gesteigerten peripheren Widerstand.
  4. Veränderungen im Salz- und Wasserhaushalt der Nieren:
    • Bei vielen Patienten mit Hypertonie besteht eine Tendenz zur Natriumretention.
    • Dies kann auf eine genetische Prädisposition, eine gestörte Drucknatriurese (die Fähigkeit der Nieren, bei erhöhtem Blutdruck mehr Natrium auszuscheiden) oder eine erhöhte Aldosteronwirkung zurückzuführen sein.
    • Die erhöhte Natriumretention führt zu einem erhöhten extrazellulären Volumen und somit zu einem erhöhten Herzzeitvolumen.
  5. Strukturveränderungen der Gefäße (vaskuläres Remodeling):
    • Chronisch erhöhter Blutdruck führt zu strukturellen Veränderungen in den Arterien und Arteriolen, insbesondere zu einer Hypertrophie der glatten Muskulatur und einer Verdickung der Gefäßwände.
    • Dies führt zu einer Verengung des Lumens und einer Abnahme der Gefäßelastizität, was den peripheren Widerstand weiter erhöht und die Compliance der Gefäße verringert.
    • Das vaskuläre Remodeling ist ein adaptiver Prozess, der jedoch zur Aufrechterhaltung und Progression der Hypertonie beiträgt.
  6. Insulinresistenz und metabolisches Syndrom:
    • Insulinresistenz ist häufig mit Hypertonie assoziiert und kann über verschiedene Mechanismen zur Blutdruckerhöhung beitragen, einschließlich sympathischer Aktivierung, Natriumretention und endothelialer Dysfunktion.

Diese Mechanismen interagieren miteinander und verstärken sich gegenseitig, was zu einem Teufelskreis führt, der die Hypertonie aufrechterhält und fortschreiten lässt.

Gewicht n. a.

Weitere Produkte

Vanadium-Silizium-Nanozym (Kopie)

95 

Hinzufügen

Mangan-Silizium-Nanozym

95 

Hinzufügen

Kohlenstoff-Silizium-Nanozym

95 

Hinzufügen

Selen-Silizium-Nanozym

95 

Hinzufügen